Aufklärung, Bewusstseinsbildung und Unterstützung bei weiblicher Genitalverstümmelung


Projektinformation:

Das Projekt „INTACT - Aufklärung, Bewusstseinsbildung und
Unterstützung bei weiblicher Genitalverstümmelung“ wird vom
Frauengesundheitszentrum FEM Süd in Kooperation mit dem
Linzer Frauengesundheitszentrum und dem
FrauenGesundheitsZentrum Salzburg durchgeführt.


Female Genital Mutilation/Cutting (FGM/C) ist eine Form geschlechtsspezifischer Gewalt gegen Frauen und Mädchen mit gravierenden langfristigen gesundheitlichen Folgen. Weibliche Genitalverstümmelung ist in Österreich gesetzlich verboten, sie erfüllt den Tatbestand schwerer Körperverletzung und gilt als grobe Menschenrechtsverletzung.

Im Frauengesundheitszentrum FEM Süd werden betroffene und bedrohte Mädchen und Frauen seit mehr als 10 Jahren von Gesundheitsexpertinnen unterstützt, die Finanzierung erfolgt durch die Frauenabteilung der Stadt Wien und dem Frauenministerium. Durch die Zusammenarbeit mit Krankenhäusern des Krankenanstaltenverbundes und dem AKH sowie mit dem FGM-ExpertInnenbeirat der Stadt Wien, getragen durch das Wiener Büro für Frauengesundheit und Gesundheitsziele (MA 24), ist ein umfassendes Versorgungsnetz gewährleistet.

Ziele des Projektes:

Die Verbesserung der gesundheitlichen Situation von Frauen und Mädchen, die von weiblicher Genitalverstümmelung betroffen sind sowie der Schutz von bedrohten Mädchen stehen im Mittelpunkt des Projekts INTACT. Um diesen Frauen und Mädchen bestmögliche Unterstützung zukommen zu lassen, ist es sinnvoll und notwendig, kompetente Beraterinnen auszubilden.

Maßnahmen im Projekt:

In Wien sowie in Linz bzw. Salzburg wurden in Zusammenarbeit mit den Frauengesundheitszentren vor Ort zwei INTACT-Lehrgänge durchgeführt und mit Jänner 2019 abgeschlossen:

  • 24 Teilnehmerinnen wurden in 50 Unterrichtseinheiten umfassend geschult zu gesundheitlichen, rechtlichen, religiösen, psychischen und sozialen Aspekten bei weiblicher Genitalverstümmelung
  • Die Teilnehmerinnen stammen aus 9 verschiedenen Herkunftsländern: Sudan, Somalia, Ägypten, Nigeria, Mali, Äthiopien, Marokko, Palästina und Jordanien
  • Qualifikationen der Teilnehmerinnen sind: Pädagogik, Pharmazie, Dolmetsch-Ausbildung, Soziale Arbeit, Gesundheit- und Krankenpflege u.a.m.
  • Einige Teilnehmerinnen haben bereits Ausbildungen als Gesundheitsmultiplikatorinnen (Nachbarinnen, Mimi-Gesundheitslotsinnen)
  • Referentinnen waren Gynäkologinnen, Sozialarbeiterinnen, eine Hebamme, eine Religionspädagogin, eine Sexualpädagogin, eine Psychologin, eine Medizinerin und Gesundheitsberaterin.

Im Jahr 2019 werden die ausgebildeten „INTACT-peers“ in Wien, Oberösterreich und Salzburg Aktivitäten umsetzen. Frauen und Mädchen, die von weiblicher Genitalverstümmelung betroffen sind, sollen kompetente Beratung und Unterstützung erhalten, spezialisierte medizinische Versorgung soll besser zugänglich gemacht werden.

Mittels Informationsworkshops sollen Frauen und Männer für die Problematik sensibilisiert werden - das Vorhaben soll somit auch präventiv wirksam sein.  Strukturaufbau und überregionale Vernetzung sowie Wissenstransfer werden durch die Kooperation gestärkt.

Projektlaufzeit:

INTACT – Phase 1: Entwicklung und Umsetzung der INTACT-Peer-Ausbildung: Juli 2018 bis Jänner 2019

INTACT – Phase 2: Beratung, Aufklärung und Sensibilisierung: Februar 2019 bis Dezember 2019     
           

Das Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres

Kontakt Salzburg:
Mag.a Aline Halhuber-Ahlmann
FrauenGesundheitsZentrum Salzburg 0662/ 44 22 55
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Kontakt Wien:
Umyma Eljelede, Bakk.a
Frauengesundheitszentrum FEM Süd 01/60191-5201
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Kontakt Linz:
Mag.a Friederike Widholm
Linzer Frauengesundheitszentrum 0732/774460
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